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Kompetenzteam Frühe Bildung in der Familie

Die Kindheitsforschung, die Familienforschung und die empirische Bildungsforschung belegen, wie wichtig das familiäre Umfeld für einen erfolgreichen Bildungserwerb ist. Familie ist nicht nur der erste Bildungsort, sondern gilt zugleich als der wichtigste. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass in Deutschland die Herkunftsfamilie deutlich stärker Bildungszugang und -chancen von Kindern bestimmt als in anderen Ländern. Familie muss deshalb nach Ansicht von Bildungsexperten zukünftig stärker als zentrale Einflussgröße für Bildungsprozesse wahrgenommen werden.

Obwohl erziehungswissenschaftliche Fachliteratur und die Kindheits- und Familienforschung stets die zentrale Bedeutung der Eltern für ihre Kinder und ihren Bildungsauftrag hervorheben, sind deren Erkenntnisse bislang nur in ersten Ansätzen in der Familienbildung umgesetzt worden. Das Erfordernis von zusätzlichen Bildungskompetenzen zur Elternbegleitung wird auch aus der Praxis der Familienbildung vorgebracht: Die Nachfrage interessierter Eltern nach Bildungs- und Beratungsangeboten zu Fragen der frühen Bildung von Kindern steigt - und damit auch Herausforderungen und Ansprüche an die Fachkräfte in der Familienbildung.

Nach Einschätzung aus der Wissenschaft braucht das Bildungssystem die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern und Erziehungsverantwortlichen in den Familien, um soziale Chancengleichheit für jedes Kind zu erreichen. Aus fachlicher Sicht wird deshalb dringend dazu geraten, Familie systematisch als Ort früher Förderung und Bildung einzubeziehen. Die gezielte Bildungsbegleitung für Familien, die Stärkung der Elternkompetenz und eine Unterstützung bei Entscheidungen zu Bildungsübergängen sind zentral, wenn es um frühe Chancen für jedes Kind geht.

Die positive Wirkung einer aktiven Bildungsbegleitung unterstreichen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance“ (2011-2014). Die externe Evaluation des Deutschen Jugendinstituts und der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat gezeigt, dass das Bundesprogramm einen wichtigen Bedarf im Bereich der Elternarbeit angesprochen hat. Die Fachkräfte der Familienbildung konnten ihre Kompetenzen und Kenntnisse steigern. Eltern haben von der gestiegenen Zusammenarbeit profitiert und erlebten diese als wertschätzend und vertrauensvoll.

Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds finanzierte ESF-Bundesprogramm wird ebenfalls von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Das Kompetenzteam Frühe Bildung in der Familie der Evangelischen Hochschule Berlin berät das Bundesfamilienministerium kontinuierlich bei der Etablierung und bei der Umsetzung des ESF-Bundesprogramms. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, federführend in der bundesweiten Umsetzung aller ESF-Förderprogramme, führt eine externe Evaluation des Programms durch.

 

Sammelband „Frühe Bildung in der Familie” zeigt Perspektiven für die Familienbildung auf

Buchcover

Wie können Eltern über die Familienbildung erreicht und für kindliche Entwicklungsschritte, passende Bildungswege und eine gute Lernumgebung gewonnen werden? Im Sammelband "Frühe Bildung in der Familie" befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachdisziplinen mit Konzepten, Methoden und Angeboten der Familienbildung und zeigen Wege auf, Familie als Bildungsort zu stärken.

Der von den Wissenschaftlerinnen Julia Lepperhoff und Lena Correll herausgegebene Band ermöglicht eine interdisziplinäre wie internationale Betrachtung des Verhältnisses von Familie und Bildung und gibt einen umfassenden Einblick zu Zielsetzungen und Ansatzpunkten der familialen Bildungsbegleitung. Damit bietet er eine fundierte Grundlage für die Diskussion darüber, wie Bildungsbegleitung im Rahmen der Familienbildung zukünftig gestaltet werden kann.

Eltern- und Familienbildung

Die Fachpublikation diskutiert individuelle Bildungsverläufe und -strategien in der Familie, beleuchtet Anforderungen an die Eltern- und Familienbildung und bietet eine Übersicht zu Familienbildungsangeboten in fünf europäischen Ländern. Aus der Evaluationsforschung werden Erkenntnisse zusammengetragen, welche Angebote zur Förderung von Elternkompetenzen positive Langzeitwirkungen in Familien zeigen und welche Faktoren entscheidend sind, damit Familienbildungsprogramme effektiv wirken können. Beispielhaft für diese Entwicklungen steht das Bundesprogramm "Elternchance ist Kinderchance", das neue Standards in der Familienbildung bei der frühen Förderung von Kindern gesetzt hat.

Ausgangspunkt für die im Oktober 2013 im Verlag Beltz Juventa erschienene Fachpublikation "Frühe Bildung in der Familie" war eine internationale Wissenschaftstagung des Bundesfamilienministeriums im Rahmen des Bundesprogramms "Elternchance ist Kinderchance". Ziel des Austausches und der wissenschaftlichen Fachdiskussion ist es, neue Perspektiven und evaluationsbasierte Erkenntnisse für die Familienbildung und insbesondere für die Bildungsbegleitung zu gewinnen.

Handlungsleitfaden: „Integration von geflüchteten Familien“

Cover

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist seit 2015 deutlich gestiegen. Unter den geflüchteten Menschen befinden sich viele Familien und im Vergleich zur deutschen Gesellschaft überdurchschnittlich viele junge Menschen und kleine Kinder. Die Integration der Flüchtlinge – und insbesondere auch der geflüchteten Familien – ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Fachkräfte der (frühen) Bildung und Familienbildung spielen eine wichtige Rolle, um geflüchtete Eltern und Kinder dabei zu unterstützen, in Deutschland anzukommen und sich zu integrieren.

Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter sind solche Fachkräfte. Sie arbeiten schon jetzt oft mit Migrantenfamilien zusammen und können bei der Arbeit mit geflüchteten Familien auf diesen Erfahrungen aufbauen. Im Rahmen der Bundesprogramme „Elternchance ist Kinderchance – Elternbegleitung der Bildungsverläufe der Kinder“ (2011-2014) und „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) wurden bisher über 6.000 Fachkräfte für die Elternbegleitung weiterqualifiziert, um Eltern in Bildungsfragen zu unterstützen und ihnen als Vertrauenspersonen zur Seite zu stehen.

Der vorliegende Handlungsleitfaden wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erarbeitet. Er stellt Informationen bereit, wie Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter, aber auch andere Fachkräfte der Eltern- und Familienbildung, geflüchtete Familien noch besser unterstützen und begleiten können. Neben der aktuellen Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Deutschland bereitet der Handlungsleitfaden zentrale Themenfelder der Arbeit mit geflüchteten Familien für die Praxis auf – u.a.: Asylverfahren und rechtliche Situation, Unterbringung und Wohnen, Gesundheitsversorgung, Traumata, Spracherwerb, Bildungsbegleitung geflüchteter Familien, Zugang zu Bildung, Ausbildung und zum Arbeitsmarkt. Darüber hinaus stellt er gute Beispiele aus bereits vorhandenen Initiativen und Aktivitäten von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern vor und gibt wichtige Anregungen für die Zusammenarbeit mit geflüchteten Familien. Abgerundet wird der Handlungsleitfaden durch eine Sammlung weiterführender Informationen.

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