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Reflexion und Vernetzung fördern

Anne Deeken-Köbbe im Interview

Frau Deeken-Köbbe, welche Motivation haben Sie, Elternbegleitung in Ihren Einrichtungen einzusetzen und zu fördern?

Uns als Erwachsenenbildungseinrichtung ist es immens wichtig, auf die gesellschaftlichen Herausforderungen aufgeschlossen, umsichtig und entsprechend vielseitig einzugehen. Dies setzt einen äußerst reflektierten Umgang mit sich selbst und mit der Gesellschaft voraus. Nur so sind eine zeitgemäße Pädagogik und ein gewinnbringendes Miteinander in Hinblick auf Familie, Gesellschaft und Integration möglich. In der Elternbegleitung sehen wir eine innovative Möglichkeit, die innere Haltung den Familien gegenüber wahrzunehmen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln: Habe ich wirklich alle Familien im Blick? Wie kann ich ungleichen Bildungschancen begegnen? Was brauchen Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen, um ihrem Bildungsauftrag nachzukommen, diesen gegebenenfalls zu erweitern, anzupassen und Methoden auf ihre Wirkung zu überprüfen?

Wie unterstützen Sie als Träger die Elternbegleitung in der Praxis?

Eltern in verschiedenen Lebenssituationen zu unterstützen, kann nicht bedeuten, nur Erziehungswissen zu vermitteln. Wir müssen auch die passenden Rahmenbedingungen schaffen – von der inneren Haltung bis zur Etablierung von Erfahrungs-, Lern- und Lebensorten für die Familien. Was wir dabei gemerkt haben: Die dialogische Haltung im Kontakt mit Mitmenschen ist entscheidend, wenn wir zielorientiert die wirklichen Bedarfe, Motive und Interessen unserer Familien erfahren möchten. Nur so können Angebote optimal abgestimmt werden und es wird nicht „aneinander vorbei thematisiert“. Die Elternbegleiterinnen und -begleiter hier im Emsland sind deswegen darauf bedacht, ihre Erfahrungen und Entwicklungen zu teilen und sich gegenseitig Input im Umgang mit neuen Situationen zu geben. Wir als Träger unterstützen das vor allem mit unseren Netzwerktreffen, an denen rund 40 Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter teilnehmen. Diese Netzwerktreffen werden in Kooperation mit dem Landkreis Emsland angeboten und geplant.

Wie können Elternbegleiterinnen und -begleiter aus Ihrer Sicht auf die aktuelle Situation rund um Corona reagieren? Was sollten sie in Ihrer Arbeit beachten?

Wir halten es für wichtig, achtsamer denn je mit Familien umzugehen. Wir müssen im Blick behalten, was ihre wahren Bedürfnisse sind, uns darüber austauschen und unsere Angebote darauf abstimmen. Im Kern ist es wichtig, die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten nicht als derart hinderlich wahrzunehmen, dass Familien Gefahr laufen unerreichbar zu werden. Ideenreichtum, Ausprobieren und Mut zum Scheitern sind hier drei Kompetenzen, die Elternbegleiterinnen und -begleiter in diesen Tagen dringend nutzen sollten. Digitale Angebote sind beispielsweise eine gute Methode, um den Kontakt zu halten.

Was macht die Qualifizierung zur Elternbegleiterin oder zum Elternbegleiter aus Ihrer Sicht besonders?

In der Qualifizierung zur Elternbegleiterin oder zum Elternbegleiter hat jede und jeder die Chance, die innere Haltung zu prüfen und zu verändern – im Austausch mit den anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern. DIALOG wird dabei großgeschrieben – er bietet die Möglichkeit, persönlich weiterzukommen. Für die Katholische Erwachsenbildung als Bildungsträger im Dekanat Emsland-Mitte kristallisieren sich dabei neue Möglichkeiten der Eltern- und Familienbildung heraus. In Kooperation mit den katholischen Kindertagesstätten können wir neue Angebote aufbauen, die eine offene und vorurteilsfreie Beratung von Familien in einem großen, familienbegleitenden Netzwerk bieten.

 

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