Skip to main navigation Skip to main content

Potenziale der frühkindlichen Förderung besser nutzen: Familien mit Fluchthintergrund gezielt ansprechen

Kinder spielen während Eltern beraten werden

Familien mit Fluchthintergrund müssen gezielt angesprochen und begleitet werden, wenn es um die frühzeitige Förderung der Kinder geht. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

„In sehr frühen Jahren sind sie [die Kinder von Geflüchteten, Anm. d. Red. ] auch in Kitas und insbesondere in Eltern-Kind-Gruppen unterrepräsentiert: Programme, die an dieser Stelle ansetzen und möglichst früh und gezielt Kinder mit Fluchthintergrund und deren Familien adressieren, sind von daher sinnvoll und notwendig. Sie könnten es ermöglichen, das hohe Potential einer frühkindlichen Förderung mehr als bisher auszuschöpfen. Die interkulturelle Ausrichtung der Angebote sollte sowohl in den Einrichtungen als auch in den Fachberatungen gestärkt werden, um Kinder und Familien mit Fluchthintergrund gezielter anzusprechen und zu begleiten.“ (Quelle: DIW Wochenbericht 35/2016)

Hintergrund sind die Ergebnisse einer Studie des  Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das DIW hat untersucht, in welchem Umfang Kinder, Jugendliche und ihre Familien freiwillige Bildungsangebote wie AGs oder Sportkurse wahrnehmen. Ein zentraler Befund: Familien mit Fluchthintergrund nehmen nur sehr selten an Eltern-Kind-Gruppen teil.

Vergleicht man beispielsweise die Teilnahme von Kindern im nicht-schulpflichtigen Alter an Angeboten in den drei Bereichen Kinderturnen/-schwimmen, Frühkindliche Musikerziehung und Eltern-Kind-Gruppe, so sind in allen Angebotsbereichen Kinder ohne Migrationshintergrund deutlich stärker vertreten als Kinder mit Migrationshintergrund. Für den Besuch von Eltern-Kind-Gruppen ergibt sich folgender Befund: Während 11% der Kinder ohne Migrationshintergrund regelmäßig mit ihrer Familie an einem solchen Angebot teilnehmen, sind es bei den Kindern mit Fluchthintergrund 1%, bei Kindern mit anderem Migrationshintergrund 6%.

Bei Kindern im Grundschulalter gibt es hingegen keinen nennenswerten Unterschied, was die Teilnahme an freiwilligen Bildungsangeboten der Schule angeht. An Sport-AGs nehmen Kinder mit Fluchthintergrund sogar häufiger teil als andere Kinder. Außerhalb der Schule sieht es anders aus. Beispielsweise treiben 66% der Kinder ohne Migrationshintergrund Sport außerhalb der Schule (z.B. in Vereinen) aber nur 41% der Kinder mit Fluchthintergrund.

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen, wie wichtig es ist, neu zugewanderte Familien gezielt anzusprechen und mit den Möglichkeiten frühkindlicher Förderung vertraut zu machen. Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter, die im Programm „Starke Netzwerke“ mit unterschiedlichen Angeboten gezielt auf neu zugewanderte Familien zugehen und mit unterschiedlichen Einrichtungen kooperieren, leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Link zum Wochenbericht

 

 

Seite per E-Mail weiterempfehlenSeite auf Facebook teilenSeite twittern