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Hintergrund und Ziele

Familie ist der wichtigste Ort des Aufwachsens von Kindern und für deren gute Entwicklung und Bildung von zentraler Bedeutung. Wie viele internationale Studien1 zeigen, sind die Chancen und Bildungswege von Kindern eng an die Voraussetzungen in den Familien geknüpft. Die Familie ist der erste Bildungsort der Kinder: hier lernen sie laufen, sprechen und sich die Welt anzueignen. Diese Alltagsbildung in der Familie bildet die Grundlage für die späteren Bildungschancen der Kinder. Hier setzt das ESF-Bundesprogramm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ an: durch Elternbegleitung als Angebot der Familienbildung sollen Eltern und Erziehungsverantwortliche dabei gestärkt werden, ihre Kinder in deren Bildungsverlauf bestmöglich zu unterstützen. (Früh-) Pädagogische Fachkräfte aus der Familienbildung können sich im Rahmen des Programms zu zertifizierten Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern (weiter-)qualifizieren lassen, die Familien in Fragen der Erziehung, Entwicklung und Bildung der Kinder zur Seite stehen. Die weiterqualifizierten Fachkräfte sind kompetente Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner vor Ort und bieten Eltern in Fragen der Bildungsverläufe, Entwicklungsprozesse und Alltagsbildung Rat und Hilfestellung. Gezielte und niedrigschwellige Angebote der Elternbegleitung vermitteln Wissen über kindliche Bildungsprozesse und stärken die Erziehungskompetenzen von Eltern.

Das ESF-Bundesprogramm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ setzt mit der Förderung der Qualifizierung von Fachkräften zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern auf die präventive Wirkung von Familienbildung und leistet einen Beitrag zum Wohlergehen der Familien sowie zur Verringerung von Chancenungleichheit, Armutsrisiko und sozialer Exklusion.

Das ESF-Programm „Elternchance II“ entwickelt das von 2011 bis 2014 umgesetzte Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance“ weiter, durch das bereits rund 6.000 Fachkräfte zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern qualifiziert wurden. Auf Grundlage eines einheitlichen, fachlich geprüften Curriculums werden im Rahmen des Programms bis Ende 2020 Fachkräfte aus der Familienbildung zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern qualifiziert. Die Qualifizierungskurse zum Elternbegleiter bzw. zur Elternbegleiterin werden von bundesweit tätigen Trägern der Familienbildung durchgeführt.

Fachkräfte der Eltern- und Familienbildung, die hauptamtlich oder als Honorarkräfte in Einrichtungen wie Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern, Kindertagesstätten oder Familienbildungsstätten tätig sind, erlangen durch die Qualifizierung zur Elternbegleiterin bzw. zum Elternbegleiter einen Zuwachs an theoretischem Wissen und praktischer Handlungskompetenz für ihren beruflichen Alltag. Mit dem Fokus auf der Weiterqualifizierung von Fachkräften ist das ESF-Bundesprogramm der Investitionspriorität der Europäischen Union für „Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenz und lebenslanges Lernen“ des Europäischen Sozialfonds zugeordnet.

Ausrichtung und Wirksamkeit des ESF-Bundesprogramms „Elternchance II“ wird von einem wissenschaftlichen Expertenkreis in engem Austausch mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begleitet. Im Rahmen einer externen Evaluation aller ESF-Förderprogramme durch die Europäische Kommission werden die Ergebnisse des ESF-Bundesprogramms überprüft.


1 Vgl. Bos, W., Tarelli, I., Bremerich-Vos, A., Schwippert, K. (Hrsg.). (2012). IGLU 2011. Lesekompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich. Münster: Waxmann

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