Wie wird man Elternbegleiter?
Fachkräfte, die schon haupt- oder nebenamtlich in der Familienbildung tätig sind, können sich zum Elternbegleiter oder zur Elternbegleiterin weiterqualifizieren. Hier finden sie Informationen zur Qualifizierung.
- Ziele und Zielgruppe
- Fachkräfte und Einrichtungen der Familienbildung
- Auswahl und Verfahren
- Kontakt und weitere Informationen
Ziele und Zielgruppe
Welches Ziel verfolgt das Bundesprogramm?
Mit dem Bundesprogramm sollen Eltern über Angebote in der Familienbildung Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen, wie sie ihre Kinder im Bildungsverlauf optimal unterstützen können. Die allermeisten Eltern wissen, wie wichtig Bildung und Leistung für eine gute Zukunft ihre Kinder sind. Manchen Eltern mangelt es jedoch an praktischem Bildungswissen, oder sie wissen nicht, was Bildung im Familienalltag heißt. Fachkräfte der Familienbildung, die zum Elternbegleiter weitergebildet wurden, sollen interessierte Eltern für die hohe Bedeutung von Bildung für die Zukunftschancen ihrer Kinder sensibilisieren. Die Elternbegleiter bieten den Eltern durch Beratung, Gespräche, Gruppen- oder auch Kursteilnahme die Möglichkeit, ihre Erziehungskompetenz und insbesondere ihr Bildungswissen zu erweitern. Im Fokus stehen Eltern mit Kindern im Alter von der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit. Familienbildungsangebote stehen allen Eltern offen und sind oft wohnortnah erreichbar. Insgesamt sollen durch das Bundesprogramm mindestens 4.000 Elternbegleiter qualifiziert werden.
Was ist unter der Qualifizierung zum Elternbegleiter/zur Elternbegleiterin zu verstehen?
Der Bund finanziert die Weiterqualifizierung interessierter Fachkräfte, die als Hauptamtliche oder als Honorarkräfte in einer Einrichtung in der Familienbildung beruflich tätig sind, zu sogenannten „Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern“. Elternbegleiter sollen durch die Qualifizierung zusätzliches Wissen und praktische Handlungskompetenz zu Bildungsverläufen von Kindern und für die Bildungsbegleitung notwendige Querschnittskompetenzen erhalten, wie zum Beispiel Gruppenleiter- und Beratungskompetenz, Kompetenzen für Netzwerkarbeit, interkulturelle und diagnostische Kompetenz. Die Qualifizierung ist modular angelegt und umfasst, je nach Träger, 150 bis 250 Unterrichtstunden. Die Qualifizierung zum Elternbegleiter ist kurs- und angebotsübergreifend angelegt. Sie richtet sich an Fachkräfte, die bereits als Kursleiterinnen und Kursleiter, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren oder in bewährter, niedrigschwelliger oder aufsuchender Familienbildungsarbeit tätig sind.
Die Lehrpläne der Multiplikatorenschulungen beinhalten unter anderem
- Wissen und praktische Handlungskompetenz zu Bildungsverläufen und -chancen von Kindern, Lernmöglichkeiten im Familienalltag, Bildungsübergängen und Bildungsbiografien insbesondere in Bezug auf Lernen und soziale Lage
- die Konzeptionierung und Umsetzungsmöglichkeiten aufsuchender Eltern- und Familienbildung in der familiären Bildungsbegleitung
- den Erwerb von interkultureller Kompetenz mit Blick auf den Abbau von Barrieren für Familien mit Migrationshintergrund, von Medienkompetenz, zum Beispiel zum Zusammenhang von Medien und Lernen, von Beratungskompetenz und Netzwerkarbeit
- den Erwerb weiterer Querschnittskompetenzen: Zeitmanagement, diagnostische Kompetenz, partnerschaftliche Kompetenzen wie Stressbewältigung und Problemlösekompetenz sowie Gruppenleiterkompetenzen
- Zielgruppenorientierte Ansätze
Was ist der Unterschied zwischen den normalen Elternbildungsangeboten und dem Elternbegleiter?
Die Qualifizierung zum Elternbegleiter/ zur Elternbegleiterin ist kein Elternkurs oder -programm. Der "Elternbegleiter" ist ein Qualifizierungsprogramm für Multiplikatoren, kein Elternkurs selbst. Die Elternbegleiterqualifizierung eines jeden Trägers der Familienbildung setzt meist bei vorhandenen Multiplikatorenqualifikationen an und erweitert diese um Bildungs- und Querschnittskompetenzen.
Wer bietet die Qualifizierungen an?
Verschiedene Qualifizierungen von bundesweit tätigen Trägern der Familienbildung können auf den "Elternbegleiter" hinführen. Die Qualifizierungen tragen den Zusatz "Elternbegleiter/in" in der Beschreibung des Multiplikatorenkurses. Die Qualifizierungen dieser Träger fußen auf einem einheitlichen, fachlichen Rahmen.
Ansprechpartner für die Qualifizierung zum "Elternbegleiter" sind grundsätzlich bundesweit tätige Träger der Familienbildung:
- Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V. (AWO)
- Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V. (AKF)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Familien-Bildungsstätten und Familien-Bildungswerke e. V. (BAG)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Familienbildung & Beratung e.V. (AGEF)
- Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung e.V. (DEAE)
- Deutsches Rotes Kreuz e.V.
- Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbildung
- Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
Qualifizierungskurse werden von (1) der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienbildung & Beratung e.V. sowie (2) dem Trägerkonsortium, bestehend aus AWO, AKF, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Familien-Bildungsstätten, DEAE, Katholischer BAG für Einrichtungen der Familienbildung sowie dem Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V., angeboten.
Interessierte Fachkräfte richten ihre Bewerbung mit dem ausgefüllten Bewerbungsbogen, der sich auf der Internetseite der Träger findet, direkt an sie.
